Gesetzlicher Anspruch auf Krippenplatz

Ab dem Jahr 2013 hat jedes Kleinkind einen gesetzlichen Anspruch auf einen Krippenplatz. Dieses Recht ist gleichzeitig ein Jobmotor, denn inzwischen buhlen die Kommunen offen um Erzieher. Man spricht von rund zehntausend Erzieher und Erzieherinnen, die bundesweit fehlen. Der Bund geht von 750.000 Krippenplätze aus, die bis 2013 neu geschaffen werden sollen.

Inzwischen gehen die Städte dazu über, Erzieher über Werbung zu akquirieren. In Münchens U-Bahnen sind Plakate zu entdecken, dass die Stadt dringend Erzieherstellen zu besetzen hat. Auch in einschlägigen Fachzeitschriften sind Anzeigen der Stadt München zu entdecken.

Der Erzieherberuf ist nicht unbedingt unattraktiv, doch es werden einfach zu wenig Erzieher ausgebildet. Jahrelang konnte der Westen die Lücke der fehlenden Erzieher durch den Exodus der Ostdeutschen Erzieher decken. Teilweise sollen bis zu 20 Prozent der Erzieherstellen im Westen durch den Zuzug von Erzieher aus den neuen Bundesländer besetzt worden sein. Doch die aktuelle Lücke ist kaum mehr durch den „Erzieher-Import“ zu decken. Zumal der Gesetzesanspruch auch in den neuen Bundesländer gilt und dort inzwischen ebenfalls um Erzieher gebuhlt wird.

Also bleibt als einzige Lösung den Beruf des Erziehers attraktiver zu gestalten. Manche Kommunen haben dies erkannt und bieten inzwischen sogar Berufsanfänger unbefristete Vollzeitstellen an. Dies war vor einigen Jahren eher die Ausnahme. Auch das Einstiegsgehalt wurde angehoben. München zum Beispiel wirbt damit, neben dem Einstiegsgehalt von fast 2.300 Euro auch noch eine „München-Zulage“ von 105 Euro im Monat zu bezahlen. Bei den teuren Mieten und den hohen Lebenshaltungskosten in der Bayrischen Metropole ist dies auch dringend nötig – und vielleicht nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Doch München kommt wohl bei den Mieten den neuen Erziehern entgehen: Zuziehende Erzieher erhalten verbilligte Wohnungen aus dem Bestand der eigenen Wohnungsbaugesellschaften.

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